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Motorrad Abenteuer "Weltreise" 

Frankreich 2022, Nr.2

Nachdem ich bereits eine Reise mit der XJ600 bis Spanien/Bardenas Reales geschafft hatte, wollte ich unbedingt noch einmal mit der FJ1200 los. 

Das Ziel war die "Route de Grand Alpes", weit im Osten nahe der italienischen Grenze. 


Der erste Versuch war, mit der FJ1200 in der Nähe des Rheins nach Süden, um den Genfer See herum, dann in Richtung Süden die "Route de Grand Alpes" fahren und nach 1 Woche wieder rauf um pünktlich beim Motorradtreffen in der Nähe von Markt Rettenbach aufzuschlagen.

Ich fuhr Sonntags morgens in Köln los, den Rhein entlang, ab Karlsruhe dann nach Westen zum Camping Municipal in Wingen Sur Moder. Dort bemerkte ich, das ich die Schlüssel für meine Motorradkoffer verwechselt hatte. 


Die Yamaha Koffer-Schlüssel anstatt der für die XJ-Munitionskisten. 


Damit war mein schöner Reiseplan gescheitert. 


Ich musste zurück!



Der zweite Versuch... 



Tag 1: Samstag: 20.August 2022


Morgens aufs fertig gepackte Motorrad und über die Phantasialand-Autobahn A553 bis Blankenheim A1, ein Stück Eifel-Landstraße, bei Dreis-Brück wieder auf die Autobahn.

Bei Wittlich auf die Europastraße E42/Hochmoselbrücke. 


Die hatte ich noch nie überquert und wollte die spektakuläre Aussicht über das Moseltal... 


Gibt es nicht. Man sieht gar nichts.


Dann weiter über kleine Land- und Kreis Straßen bis ich irgendwann wieder am Camping Municipal war. Diesmal schon am frühen Nachmittag. Autobahn geht halt fix und Verkehr gab es kaum. Ich suchte mir eine ruhige Stelle weit am Ende des Platzes, wo ich eine überdachte Sitz-Bank-Gruppe entdeckt hatte. Weil: Ich hatte weder einen Klapptisch, noch einen Klappstuhl dabei. Die Idee war gut, die Praxis eher schlecht. Wegen des Wochenendes und schönen Wetters jede Menge Familien mit kleinen schreienden Kindern... Ja, die Sitzbank gehörte zu einem Kinderspielplatz. Eigentlich auch mein Stellplatz für mein Zelt. Das erfuhr ich aber erst am späten Nachmittag, als die Verantwortliche vom Platz auftauchte. Ausnahmsweise durfte ich da stehen bleiben, obwohl dem Bürgermeister das sicher nicht gefallen hätte. 


Als es dunkel wurde, verzogen sich auch die Familien mit ihren Kindern. Ich konnte noch ausgiebig an den Sportgeräten herum turnen und dann ab ins Zelt. Die Nacht war dann auch sehr sehr ruhig! 


Tag 2: Fahrt von Wingen Sur Moder nach Nivigne-et-Suran 


Von Wingen über kleine Straßen. Epinal, Vesoul, Besancon, Doucier, Val Suran.

Städte und Dörfer von denen ich zuvor noch nie was gehört hatte und in die ich wahrscheinlich auch nie wieder fahren werde. Höchstens auf der Durchreise.

Morgens früh nach einem ausgiebigen Frühstück los. Erst mal im Ort getankt, dann wieder zurück am Campingplatz vorbei und weiter über kleine Straßen gen Süden. Den ganzen Tag mit ein Paar kleinen Pausen über Nebenstrecken. Die großen Nationalstraßen habe ich vermieden. Geht zwar meistens schneller, macht aber keine Spaß. Am frühen Abend suchte ich dann auf meiner Karte nach dem vorab angekreuzten Campingplatz. Die Suche war letztlich erfolgreich. Mit fast leerem Tank erreichte ich den Platz. 

Niemand war an der Rezeption, also suchte ich mir eine Parzelle aus. Wie immer in der Nähe der Sanitäreinrichtungen. Damit ich mit dem Wasser und schmutzigem Geschirr nicht über den halben Platz laufen muss. 


Tag 3: Von Nivigne durch Genf nach Albertville


Die Nacht war sehr ruhig und sogar die Mücken hatten mich weitgehend verschont. Der Platz liegt direkt an einem Bach und sogar hinter dem Platz ist noch ein Tümpel aufgestaut. Die perfekte Brutstätte für alle Arten von Ungeziefer!


Ich fuhr über winzige menschenleere Regionalstraßen nach Navi zunächst in Richtung Genf. Die Straße wurde dann auch bald zur verkehrsreichen Einfallstraße D1084. Schöne Strecke, aber halt deutlich mehr Verkehr. Ab Genf wurde der Verkehr dann stockend, dann noch ein fetter Stau. Meinem Motorrad gefielen die 100° Öltemperatur nicht wirklich und auch mir wurde es von unten recht warm. Unter kreativer Auslegung der Verkehrsregeln konnte ich mich und mein Motorrad aus dem Chaos retten... Nie wieder Genf! 


Hinter Genf wurde es besser, wieder eine Ausfallsstraße, schnurgerade und langweilig. Auf einem Parkplatz, der für Schweizer Verhältnisse unfassbar schmutzig war, machte ich eine kurze Pause, wechselte die SD Karte und schüttete mir reichlich Wasser in den Hals. Außerdem entledigte ich mich meiner warmen Klamotten. Darin hat Genf gleich doppelt "spaß" gemacht! 

Vom Genfer See war auf der D1005 nicht viel zu sehen, landschaftlich enttäuschend. Hinter Thonon bog ich auf die D902 ab (ja ein Umweg), die war dann deutlich schöner zu fahren. Leider auch mit viel Verkehr. Bis Albertville ging es zumeist in leichten Steigungen auf kurvigen gut ausgebauten Straßen nach Süden... Ohne Busse, LKW und Wohnmobile (die Drecks SUV-Rentner nicht vergessen) eine tolle Strecke. 

Bei Albertville machte ich eine Pause, trank reichlich Wasser, orientierte mich an meinen Karten und suchte nach einem Campingplatz. Im Ort war nix.

Der nächste war in der Nähe in Queige. 

Also wieder über die Berge auf sehr kurvigen Strecken bis zum Campingplatz. Dort erzählte mir mein Navi ich sei falsch und der Platz wäre wo anders. Ich fuhr also wieder vom Platz (Hirn aus, Navi an), dann den Berg rauf und als ich irgendwann auf einer Bergwiese zwischen den Kühen stand begriff ich endgültig, das Google Maps mich wieder einmal voll verarscht hat. Ich machte das beste draus, eine Rast mit toller Aussicht. 


4 Teilchen von Lidl und ein halber Liter Wasser später rollte ich (ohne Motor) fast die ganze Strecke zurück bis wieder zum Campingplatz direkt 200m unterhalb im Tal... 


Klamotten gewechselt, Zelt aufgebaut, Spaghetti gekocht und nach einer Mahlzeit eingecheckt. Der Camping Municipal ist mit 15,50,€ eigentlich überteuert, liegt aber schön. Kein Pool, kein Aufenthaltsraum, aber mit Sitz- und Tischbank.



Tag 4: Von Queige wieder nach Queige (unfreiwillig)


Morgens das noch immer nasse Zelt eingepackt und dann mit dem Motorrad in Richtung osten (Sonnenaufgang) die D925 nach Beaufort, dann rauf zum Lac de Roselend. 

Eine kurze Pause, Wasser trinken, die Aussicht genießen und Fotos schießen.

Dann weiter den "kleinen St. Bernhard" bis Bourg-Saint-Maurice. Pause, SD Karte wechseln, Wasser und durch den abartigen Verkehrsstau weiter die D902 nach Val d´Isére. 

Die Straße fährt sich klasse, nur wegen der üblichen LKW, Wohnmobile, scheiß-SUV dann doch eher anstrengend. Die Aussicht ist aber klasse.

Nach Val d´Isére wieder runter ins Tal. Über die D215 Val Cenis wieder nach Westen.

Tankpause, dann weiter... 

Bei Saint Michel suche ich einen Weg in Richtung Campingplatz. Nördlich sollen zwei spektakuläre Plätze in den Bergen sein... hoch oben in den Bergen.

Meine Karte zeigt einen Weg über den Pass. Den probiere ich und... scheitere.

Leider ist meine 260kg schwere Kiste keine Bergziege. Der Versorgungsweg wird immer steiler, dann nur noch Schotter und als ich sie wende fällt sie mir auf die Seite.

Natürlich mit der Oberseite bergab. Als ich die Kiste gerade am abrödeln bin, kommen zwei Mountainbiker und helfen mir sie wieder aufzurichten. Sonst hätte das eher nicht geklappt. 

Dann rolle ich wieder bergab, nach ein Paar hundert Metern im 2. Gang springt sie auch wieder an. Unten im Tal angekommen suche ich einen sicheren und zügigen Weg zurück und der geht (leider) wieder über Albertville nach Queige.

Die Campingplätze in den Bergen besuche ich nächstes mal und von Norden kommend.






Tag 5: Von Queige nach Die


Am Morgen in Richtung Albertville auf der inzwischen bestens bekannten Verbindung. Ohne SUV´s eine tolle Strecke, aber...


Nach Albertville auf der breit ausgebauten "Rennpiste" nach Süden, dann nach links bis La Chambre, wieder rechts und auf der kurvigen D927 bis nach Alp de Huez. Die Straße ist sehr schmal und für LKW/Busse/Wohnmobile gesperrt. Dafür dann häufiger Touristen auf E-Bikes... 

Durch Alp de Huez, dann weiter den Berg auf einer schmalen Verbindungspiste bis zum Lac de Besson. Dort eine längere Pause... Die fiel dann deutlich kürzer aus als gewollt,weil Horden von Wespen um einen herum schwirren. Die sind auf Futtersuche und das bringen die unzähligen Touristen mit. Sie sind also nicht agressiv, sondern nur verfressen!




Dann wieder den Berg runter, diesmal auf der Hauptroute. Zahllose 180° Kehren die aber für Busse etc. breit genug sind. Trotzdem Bremsen mordend. 


Im Tal ein kurzes Stück nach rechts, dann wieder links die D526 weiter nach Süden.

Über den Col de Ornon auf einer sehr schönen Strecke.

Dieser folge ich bis zur D7 zum Col de Menee. Sehr schöne und verkehrsarme Strecke.




Noch eine kurze Pause vor dem Tunneleingang. Dann wieder herunter ins Tal. Das Klima auf der anderen Seite ist schon mediterran. Auch der Geruch der Landschaft... Es riecht nach Süden, Mittelmeer, Urlaub. 

Unten angekommen suche ich erst mal nach einem Supermarkt und kaufe Wasser und Teilchen. Ja, mein Wasser war alle, hatte nicht gereicht, 2l einfach so weg!


Danach mithilfe des Navis den Camping Municipal in Die ausfindig gemacht. Ohne Navi hätte ich den nie gefunden. Der liegt nämlich unten am Fluss und ist nur über winzigen Nebenstraßen zu erreichen. Der Platz an sich ist klasse, wenn auch zu teuer.


Meine Parzelle hatte keinen Rasen, obwohl ich extra danach gefragt hatte. Außerdem war sie belegt. Die danebem war frei aber auch ohne Rasen. Dafür mit Schräge, unterehalb der Straße und weit weg vom Klo. Also ziemlicher Käse. 


Weiter unten am Fluss gab es reichlich Parzellen mit allem Keine Ahnung, was die Frau an der Rezeption gedacht hat... Wahrscheinlich gar nicht.  Ganz übel war, das seit dem Nachmittag vom Schwimmbad nebenann lautstarke orientalische Musik herüber dröhnte. Die machten da Party bis spät in die Nacht und das unter der Woche. Außerdem stritten sich noch meine französischen Nachbarn und ich bekam eine Gratisstunde in "französischen Beleidigungen" von denen ich bestenfalls ein Paar kannte. 






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